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New Competition School (NCS): Expert*innen-Netzwerk in der Wettbewerbspolitik

von | 13.10.2026

Seit Beginn dieses Jahres arbeiten wir mit viel Engagement am Aufbau der New Competition School (NCS). Die NCS ist ein Netzwerk von Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen, die Instrumente entwickeln, um die wachsende Marktkonzentration in Europa zurückzudrängen und ihre wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Folgen anzugehen.

Das Projekt will dazu die vorherrschenden Praktiken in Kartellrecht und Wettbewerbspolitik infragestellen. Schon länger beobachten wir,dass die Durchsetzung von Wettbewerbspolitik nur unzureichend stattfindet und Marktkonzentration weiter zunimmt. Das führt zu weniger Innovation, der Bildung von Machtblöcken in der Wirtschaft und auch in unserer Gesellschaft. Diese Machtblöcke schränken zunehmend unsere demokratischen Handlungsspielräume ein.

Als Rebalance Now greifen wir in aktuelle wettbewerbspolitische Entscheidungen wie Fusionsverfahren oder auch in Gesetzgebungsprozesse der Wettbewerbspolitik ein. Wir sind aber auch davon überzeugt, dass es notwendig ist, mittelfristig auf vorherrschende Prinzipien und Dogmen in der Wettbewerbspolitik und in den Wettbewerbsbehörden einzuwirken. Das braucht einen langen Atem. Und dafür unterstützen wir mit der New Competition School (NCS) den Aufbau einer unabhängigen Gruppe von Expertinnen und Experten, die künftig wichtige Beiträge dazu leisten könnten, Monopolmacht in Deutschland und Europa zurückzudrängen.

Die New Competition School konzentriert sich dabei auf drei Schwerpunkte, die eng miteinander verknüpft sind:

  • Größe und Struktur von Märkten: Wir werten in diesem Rahmen aus, wie Marktkonzentration innerhalb des bestehenden regulatorischen Rahmens zunimmt. Wir bringen alternative Methoden für die Analyse von Marktkonzentration bei wettbewerbspolitischen Entscheidungen der Kartellbehörden ins Spiel und zeigen, dass strukturelle Maßnahmen wie eine Entflechtung wichtige Beiträge beim Kampf gegen Monopolmacht leisten können.
  • Übergewinne und Finanzanalyse: Unter den alternativen Methoden fordern und fördern wir vor allem Buchhaltungs-und Finanzanalysen an, die von den Unternehmen selbst genutzt werden, um ihre Marktposition zu bestimmen und zu beschreiben. Wir stellen damit die Dominanz abstrakter industrie-ökonomischer Modelle bei Marktmachtanalysen infrage.
  • Einflussnahme auf Wirtschaftswissenschaften: Wir werten die Auswirkungen unternehmensfinanzierter Forschung aus und legen den Einfluss von Unternehmen auf die wissenschaftliche Forschung offen.

Diese drei Schwerpunkte leiten unsere Arbeit, während wir die NCS weiter aufbauen. Die NCS schafft den Raum für Austausch des Expert*innen-Netzwerks aus Wissenschaftler*innen, zivilgesellschaftlichen Akteuren, Ökonom*innen, Journalist*innen. Es entstehen in diesem Rahmen Briefings, Artikel und empirisches Material zu Marktkonzentration und ihren Folgen. Diese stellen wir in Expert*innen-Workshops und anderen öffentlicheren Formaten vor.

Die NCS hat bereits einiges hervorgebracht, darunter die Studie zu Googles Hidden Empire veröffentlicht. Sie zeichnet Googles umfangreiches Netzwerk von Übernahmen und Investitionen nach. Auch ein Papier zu Microsofts Geschichte der Nichteinhaltung von Wettbewerbsregeln und zum Potenzial einer Zerschlagung von Microsoft haben wir in Brüssel bereits präsentiert. Wir haben zudem politische Entscheidungsträger*innen und Expert*innen zu einer Diskussionsrunde im Europäischen Parlament zur Zukunft der EU-Fusionskontrolle zusammengebracht.

Das NCS-Projekt wird von der Stiftung Mercator GmbH finanziert.

Foto: Full Circle, Rebalance Now