Der Techkonzern Google will für 32 Mrd. Dollar das Cybersicherheit-Unternehmen Wiz aufkaufen. Das wäre die größte Übernahme in Googles Firmengeschichte und ein weiterer Schritt zur Stärkung der Marktmacht von Google. Schon jetzt ist die Macht von Google viel zu groß, wie ein kürzlich veröffentlichtes Paper von uns zeigt.
Google ist der drittgrößte Cloud-Anbieter nach Amazon und Microsoft. Sein Cloud-Geschäft wächst in den letzten zwei Jahren massiv, insbesondere durch den Trend zu Künstlicher Intelligenz (KI). Wiz ist ein schnell wachsendes, erfolgreiches Unternehmen, das bislang cloudunabhängig wichtige Sicherdienstleistungen für Cloud-Nutzer wie große Firmen oder Regierungen anbietet.
Im Cloudbereich könnte der Konzern mit dem Kauf von Wiz Wettbewerber aus dem Markt drängen und strukturell benachteiligen. Der Kauf dürfte auch Auswirkungen auf Resilienz und kritische digitale Infrastruktur in der EU haben. Wir kritisieren deshalb die bei der EU-Kommission zur Prüfung angemeldete Fusion und drängen auf eine gründliche Untersuchung (Phase II Untersuchung).
Intensive Untersuchung mehr als geboten
Am 10. Februar 2026 entscheidet die EU-Kommission, ob sie die Fusion gründlicher prüfen will oder sie ohne vertiefte Prüfung genehmigt. Gemeinsam mit unseren europäischen Partner haben wir deshalb eine Eingabe bei der EU-Wettbewerbsbehörde eingereicht.
Darin verdeutlichen wir unsere Kritik und begründen, warum der Zusammenschluss es Google als Hyperscale-Cloud-Anbieter ermöglicht, Konkurrenten im Cloud und ihm Cloud-Sicherheitsbereich auszuschließen. Wenn Google Wiz übernimmt, würde dieses neutrale Dienstleistungsangebot in das Ökosystem eines einzigen Hyperscalers integriert werden, wodurch Google die Produkte und die Roadmap von Wiz an seiner eigenen Cloud-Strategie ausrichten könnte.
Die Transaktion gefährdet aus unserer Sicht nicht nur die Resilienz der europäischen Wirtschaft und Gesellschaft, sondern schafft auch miteinander verknüpfte Risiken der Konglomeratsbildung, der Verfestigung des Google-Ökosystems und einer verstärkte Lock-in Gefahr, insbesondere durch nicht preisbezogene und technische Parameter.
Weitere Details unserer Kritik am Zusammenschluss von Google und Wiz hier:
- Eingabe zu Google/Wiz bei der EU-Wettbewerbsbehörde von Rebalance Now, Open Markets Institute, Balanced Economy Project, SOMO und Article 19.
- Artikel bei Tech Policy Press zu Google/Wiz.
Bild: Reith & Associates; Lizenz: CC BY-NC 4.0
